Update Nov. 2017

Kerkener Bürger sind 2017/18 verstärkt von Kündigungsschreiben der Telekom betroffen. Da einige von euch bereits betroffen sind und dies den Wechsel zur Deutschen Glasfaser (im Folgenden einfach mit DG abgekürzt) in dem einen oder anderen Fall beeinflusst, haben wir hier das Wichtigste zu dem Thema für euch zusammengestellt.

Warum kündigt die Telekom und darf sie das?

Die Telekom macht das, weil sie ausmistet und ja, sie darf es, denn Verträge können grundsätzlich immer von beiden Vertragspartnern gekündigt werden. Veraltete Übertragungstechnik, die unter den Begriffen Analog-Telefonie oder ISDN bekannt ist, wird verstärkt durch modernere, einheitliche Technik (die sogenannte VoIP-Technologie) ersetzt. Das passiert nicht plötzlich, sondern Abertausende von Kunden müssen nach und nach umgestellt werden. Einige Betroffene erhalten diese Kündigung daher früher, andere erst viel später. Die Telekom begründet die Umstellung der Technik wie folgt:

  • Ersatz-Bauteile für veraltete Technologien werden knapper, Reparaturen können bald nicht mehr durchgeführt werden.
  • Veraltete Technik belegt wertvolle Leitungskapazitäten die heute viel effektiver genutzt werden können.
  • Das Gesamtnetz ist einfacher zu warten, wenn der Mix aus alt und neu verschwindet und Strukturen vereinheitlicht werden.

Rein rechtlich gesehen kann die Telekom nun nach dieser Umstellung  die im bestehenden Vertrag mit euch zugesicherten Analog- und ISDN Techniken nicht mehr anbieten und ein neuer Vertragstext muss her. Ob dazu der Weg der Kündigung erforderlich ist und es nicht ein einfaches „Vertragsupdate“ getan hätte, daran scheiden sich die Geister. Fakt ist: die Telekom macht das nun mal per Kündigung und bietet gleichzeitig  mit der neuen Technik einen neuen Vertrag an. Sie nimmt dem Kunden aber nicht Telefon und Internet weg, sondern tauscht auf technischer und vertraglicher Ebene Alt gegen Neu.

Wo ist der Haken?

Keine Frage, die technische Umstellung  ist sinnvoll und zu begrüßen. Allerdings gibt es zwei kleine Haken, die wir hier an dieser Stelle lediglich nennen, aber nicht bewerten wollen. (Die Telekom ist nun mal nicht mehr die gute alte Bundespost sondern ein profitorientiertes Unternehmen, das Geld verdienen will).

  • Mit dem neuen Telekomvertrag  erhält man eine neue „Mindestvertragslaufzeit“ von 2 Jahren. Mitbürger, die versucht haben kürzere Laufzeiten im T-Punkt auszuhandeln, berichteten, dass dies dort kategorisch ausgeschlossen wird. (Ob es doch Kulanzfälle gibt, wollen wir nicht ausschließen.)
    Unter dem Ladentisch gibt es aber auch Jahresverträge bei der Telekom die die Telekom nur sehr ungern anbietet. Der Vertrag nennt sich z.B. Magenta XS, Laufzeit 1 Jahr. Man muss selber sehr hartnäckig im T-Punkt nachbohren.
  • Gleichzeitig werden die neuen Verträge oft teurer, Kunden erhalten diverse „Mehrwerte“, z.B. Fernsehpakete, die sie oft nicht nutzen oder benötigen.

Was hat das alles mit der DG zu tun?

Kündigt einem von uns die Telekom zu früh und das Glasfasernetz ist noch nicht einsatzbereit, entsteht eine Lücke. „Gut, verlängere ich halt noch ein paar Monate bei der Telekom und bleibe noch etwas da“, könnte man sich sagen. Das ist prinzipiell richtig, wenn da nicht die Sache mit der zweijährigen Mindestvertragslaufzeit wäre, auf der die Telekom besteht.
Ein konkretes Beispiel:
Die Telekom schickt dir eine Kündigung zum 31.01.2018. Voraussichtlich wird dein persönlicher Glasfaseranschluss in deiner Straße erst irgendwann später im Jahr 2018 fertig. Obwohl du evtl. nur wenige Monate überbrücken müsstest, bietet Dir die Telekom nur einen neuen 2-Jahresvertrag an, der dann bis 31.01.2020 läuft. Bekanntlich verzichtet die DG bis zu 12 Monate auf die Gebühren, solange man an einen anderen Vertrag gebunden ist. In diesem Sonderfall entsteht aber trotzdem eine Phase, in der man doppelt zahlen müsste. Was jetzt?

Die Möglichkeiten:

  • Die Telekom wird euch nicht von heute auf morgen kündigen, sondern dies rechtzeitig mit einem Schreiben ankündigen. Also nicht sofort in Panik verfallen!
  • Das Glasfasernetz der DG wird zur Zeit gebaut. Aktuell (Stand November 2017) wird der Ausbau für den gesamten Bereich Kleve Süd (also nicht nur für uns, sondern auch in Nachbargemeinden) durchgeführt. Die POPs stehen bereits und die Bauaktivitäten wurden schon aufgenommen. Bis Mitte 2018 will die DG die Hausanschlüsse in Kerken realisiert haben. Eventuell erledigt sich das Problem von selbst und der Übergang von Telekom zur DG passt für den ein oder anderen besser als man denkt.

Wenn es aber nicht passt, gibt es im Wesentlichen fünf Möglichkeiten von der jeder selber entscheiden muss, welche für ihn sinnvoll ist.

  • Als erstes auf jeden Fall mit der DG reden, das Problem schildern und vielleicht kann man hier gemeinsam eine Lösung finden.
  • Man wechselt für die nötige Übergangszeit zu einem Zwischenanbieter, das ist zugegeben etwas lästig und mit Aufwand verbunden, aber es gibt Unternehmen, die DSL ohne Mindestvertragslaufzeit anbieten und die Lücke stopfen können. Zwei hilfreiche Links dazu haben wir hier schon mal bereitgestellt. HIer findet ihr bereits zahlreiche Angebote wie den Gigacube von Vodafone oder Angebote von 1&1 oder O2:
    https://www.dslweb.de/dsl-ohne-mindestvertragslaufzeit.php
    Beim zweiten Link unter „weitere Einstellungen“ auf jeden Fall ganz unten im Punkt „Sonstiges“ 1 Monat Vertragslaufzeit wählen:
    http://www.chip.de/s_specials/DSL-Vergleichsrechner_68629483.html
    Sollte irgendwas davon für euch in Frage kommen, müsst ihr auf jeden Fall daran denken, den Zwischenanbieter der DG mitzuteilen – sonst versucht die DG beim Start eurer Glasfaser die Telefonnummer noch bei der Telekom abzuholen, ihr seid aber inzwischen woanders!
    Bei kurzfristigen Anbietern solltet ihr zudem darauf achten, dass ihr für die Übergangszeit einen Router habt. Wenn der Telekom-Router nur gemietet war und der Router der DG (sofern mitbestellt) noch nicht da ist, braucht ihr auch dafür eine Lösung.
  • Man verlängert den Telekomvertrag und nimmt eine kurze Phase der Doppeltzahlung hin.
  • Man verlängert bei der Telekom über 1 Jahr, dies geht über einen Magenta XS Vertrag den man aber nur auf entsprechende penetrante Nachfrage erhält.
  • Der Vollständigkeit halber zumindest erwähnt, aber sicher nur für die Wenigsten geeignet: Man lebt ein paar Wochen ohne Telefon und nutzt das Handy. Bei dieser Variante solltet ihr aber berücksichtigen dass ihr u.U. eure liebgewonnene, bisherige Telefonnummer verlieren könnt und solltet abklären was damit passiert wenn euer Vertrag einfach ausläuft!
    (Hinweis: Wer seine Rufnummer nicht verlieren möchte, kann diese z.b. zu http://www.Sipgate.de portieren, entweder auf einen kostenlosen SIP Account oder bei http://www.SIMQuadrat.de – die Nummer landet dann auf einem Mobiltelefon bzw. separater SIMkarte (kann in einem „alten“ Handy zuhause stecken). Kurze Vertragslaufzeiten und die Nummer lässt sich auch wieder „zurückportieren“ auf z.B. die DG)

Wir stehen weiter im Kontakt mit der Regionalleitung der DG über die Ausbauplanung und wenn es entscheidende Neuigkeiten gibt, werden wir Euch wie gewohnt informieren.

Eure
Bürgerinitiative Glasfaser für Kerken